Station 2 - Besser nicht aufräumen
Auwälder sind hervorragende Wasserspeicher! Ihr vielschichtiger Aufbau mit Bäumen, Sträuchern, Bodenvegetation hilft dabei, Niederschläge aufzunehmen. Der Boden saugt das Wasser auf wie ein Schwamm, Pflanzen speichern es in Wurzeln, Stämmen und Blättern und geben es langsam wieder an die Luft ab. Wurzeln, Reisig und Äste bremsen die Fließgeschwindigkeit und lassen das Wasser viel länger verweilen. Starkregen und Hochwasser werden auf diese Weise entschärft. So sorgen gewünschte Überflutungen sogar für die Bildung wertvoller Feuchtbiotope im Wald. Strukturreiche Wälder und naturnahe Gewässer sind damit wichtiger Teil Hochwasservorsorge.
Wer für Wald am Bach sorgt, betreibt Hochwasservorsorge!
Wald und Wasser – eine unschlagbare Kombination, wenn es um natürlichen Hochwasserschutz geht. Was auf den ersten Blick wie ein stiller, grüner Rückzugsort wirkt, ist in Wirklichkeit ein hochwirksames System zur Regulierung des Wasserhaushalts. Der Wald speichert Regenwasser wie ein Schwamm und gibt es langsam wieder ab – genau das, was bei Starkregen oder Trockenperioden dringend benötigt wird.
Wie funktioniert das? Der Waldboden ist tief durchwurzelt, locker aufgebaut und kann große Mengen Wasser aufnehmen. Bäume, Sträucher und Pflanzen speichern das Wasser in Stamm, Geäst und Blättern. Ein Teil davon wird für die Photosynthese genutzt, ein anderer verdunstet wieder in die Atmosphäre – so schließt sich der natürliche Wasserkreislauf. Je vielfältiger und strukturreicher der Wald ist, desto besser funktioniert dieser Prozess.


Doch nicht nur der Boden hilft: Auch die Gewässer, die durch den Wald fließen, leisten ihren Beitrag. Kleine Bachläufe mit liegendem Astwerk, Wurzeln und flachen Ufern bremsen das Wasser, lassen es ausufern und länger verweilen. Diese sogenannte „fließende Retention“ sorgt dafür, dass Regenwasser nicht schlagartig abfließt, sondern langsam und dosiert in den Boden sickert, zum Vorteil für das Grundwasser.
Damit dieser natürliche Wasserspeicher erhalten bleibt, braucht es gezielte Pflege: Der Schutz und die Förderung strukturreicher Wälder sowie naturnaher Gewässer im Wald sind entscheidend. Abflusslose Mulden, Ufergehölze und Totholz helfen dabei, den Wasserabfluss weiter zu verzögern und die Landschaft robuster gegenüber Wetterextremen zu machen.
Das Oberholz ist ein sehr naturnaher Laubmischwald. Der Pösgraben hat hier optimale Bedingungen für seine Entwicklung. Flache Ufer, Nebenarme und der Wald bieten viel Raum für Wasserrückhalt und Natur.
„Entwickeln“
Das Gewässer soll sich ungestört, selbstständig entwickeln. Bei Hochwasser ist es erwünscht, dass das Wasser über die Ufer tritt und angrenzende Flächen überströmt. Um dies zu fördern, werden abgestorbene Äste im Bachbett belassen und Sandbänke nicht weggeräumt. Alles darf so wachsen, wie es der Wald hervorbringt. Ziel ist es, möglichst viele Gehölze unterschiedlichen Alters am Bach zu haben.
Totholz im Gewässer fördert die Retentionswirkung. Es kann in verschiedenen Formen aktiv in die Gewässersohle eingebaut werden. Als Ausgangsmaterial eignen sich längeres Astwerk, Wurzelstöcke, Kronenteile oder auch ganze Bäume. Besonders in Tieflandsbächen kann der Einbau von Totholz deutliche Entwicklungsschübe und Strukturverbesserungen am Gewässer bewirken. Totholz in Form von Ästen und Reisig kann unmittelbar mittels Draht und Pflöcken befestigt werden.


Für die direkte Verspannung eignen sich kleinflächig, dicht liegende Totholzansammlungen bzw. flache Haufen. Stämme, Bäume, Kronen oder Wurzelteile, die sich lagestabil oder beweglich im Gewässerprofil befinden, werden an Ort und Stelle liegen gelassen. Die Befestigung erfolgt wie bei den ingenieurbiologischen Bauweisen mit Pflöcken.
Der Handlungsbedarf zum Umgang mit Totholz wird zur Gewässerkontrolle oder bei zusätzlichen Kontrollgängen nach Starkregen-, Hochwasser- oder Sturmereignissen festgelegt.
Zur Befestigung des Totholzes kann ein Bagger hilfreich sein. Er kann zum Transport des Materials zum Setzen der Pfähle und Pflöcke sowie ggf. Verfüllen von Arbeitsraum genutzt werden. Hammer, Zange, Schneidewerkzeug und Spaten sind zum Verzurren notwendige Arbeitsmittel.

