Station 1 - Wasser ist Leben
Niederschläge sammeln sich in Mulden und Bächen, gelangen über Flüsse ins Meer, verdunsten wieder, bilden Wolken und es regnet erneut herab. Fließgewässer sind in diesem System keine bloßen Transportwege, die das Wasser möglichst schnell zum Meer transportieren sollen. Sie sind vielmehr die Lebensadern einer Landschaft. Naturnahe Gewässer sind meist abwechslungsreich gewunden oder geschlungen. Ihre Ufer sind mit Bäumen und Sträuchern bewachsen. Sie bieten vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen, verlangsamen den Hochwasserabfluss, filtern Nähr- und Schadstoffe und sorgen dafür, dass sich Grundwasser bilden kann.
Naturnahe, lebendige Bäche sorgen für gutes Wasser!
Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Doch bevor es in unseren Flüssen fließt oder in den Ozeanen landet, beginnt seine Reise oft ganz unscheinbar – mit einem kleinen Tropfen, der auf die Erde fällt. Auf Wiesen, Felder und Wälder trifft der Regen auf und sammelt sich in natürlichen Vertiefungen im Gelände. Nach und nach entstehen Rinnsale, die sich zu Bächen vereinen – wie dem Pösgraben, der hier seinen Quell-bereich hat.


Solche kleinen Bäche sind mehr als nur Wasserläufe: Sie sind Lebensadern unserer Landschaft. Sie transportieren Wasser durch das Einzugsgebiet und verbinden ver- schiedene Lebensräume miteinander. Je nach Region und Klima sehen Bäche unterschiedlich aus – wild und steinig im Gebirge, ruhig und gewunden im Tiefland. Der Pösgraben ist ein sogenannter sandgeprägter Tieflandbach. In seinem natürlichen Zustand fließt er sanft durch die Aue, mit einem sandigen Grund, schattenspendenden Bäumen und lebendigen Uferzonen.
Doch viele Bäche, wie auch dieser Abschnitt des Pösgrabens, sind heute begradigt, strukturarm und ohne schützende Ufergehölze. Das schadet nicht nur der Artenviel-falt, sondern auch der Wasserqualität. Denn mit dem Regen gelangen auch Nährstoffe, Bodenpartikel und Pflanzenschutzmittel von den angrenzenden Feldern in den Bach. Ohne natürliche Puffer wie Gehölzstreifen können diese Stoffe ungehindert ins Was-ser fließen – mit gravierenden Folgen: Algenblüten, Sauerstoffmangel und der Verlust
typischer Tier- und Pflanzenarten.
Die Lösung liegt in der Natur selbst: Ein dichter, standortgerechter Gehölzsaum am Ufer wirkt wie ein natürlicher Schutzschild. Bäume und Sträucher halten die Schadstoffe zurück, spenden Schatten und sorgen dafür, dass das Wasser länger in der Landschaft bleibt. So wird Grundwasser neu gebildet, Hochwasserspitzen werden abgemildert und die Böden bleiben fruchtbar. Selbst angrenzende Felder profitieren durch weniger Erosion, bessere Feuchte und ein stabileres Mikroklima.
Ein naturnaher Bach ist also nicht nur schön anzusehen. Er ist ein unverzichtbarer Teil eines funktionierenden Wasserkreislaufs und zeigt uns, wie wichtig jeder einzelne Tropfen ist.
Der Pösgraben sammelt als kleiner Bach das Niederschlagswasser aus den umliegenden Acker- und Grünlandflächen. Seit mehreren Jahrzehnten ist er begradigt und hat nur wenige Ufergehölze. Was einst zur besseren Wasserableitung und Landnutzung verhalf, führt heute zu schlechter Wasserqualität, Strukturarmut und geringer Artenvielfalt.
„entwickeln“
Wenn wir dem Pösgraben Raum geben und seine Ufer bepflanzen, schenken wir ihm neues Leben – und sichern damit auch unsere eigene Zukunft. So kann der Bach sein natürliches Aussehen wiedererlangen und die Funktionen erfüllen.
Standortgerechte Ufergehölzbestände werden durch Pflanzung bzw. Einbau von Gehölz-Jungpflanzen und Steckhölzern bzw. Setzstangen angelegt. Im Laufe der Zeit entwickelt sich daraus ein geschlossener strukturreicher Gehölzbestand. Besonders effizient ist die Kombination von Weidensteckhölzern / Setzstangen mit Gehölzpflanzungen, weil sowohl schnellwüchsige Pionierarten als auch langlebige Arten angesiedelt werden.


Als Pflanzmaterial lassen sich von austriebsfähigen Weidenarten gewonnene Steckhölzer und Setzstangen sowie Gehölz-Jungpflanzen verwenden. Gehölz Jungpflanzen sind wurzelnackte, zweimal verschulte Sämlinge (2 x v. S). Es darf nur gebietsheimisches Pflanzenmaterial verwendet werden.
Bei der Pflege von Neupflanzungen ist auf folgende Maßnahmen zu achten:
• Zwischenflächen mähen und mit Mähgut mulchen
• Gehölzaufwuchs auf Austrieb und Krankheitsbefall kontrollieren
• Wässerungsgänge nach Bedarf
• Kontrolle der Pflanzflächen auf Mäusebefall und ggf. Bekämpfung
• Kontrolle der Wildverbissschutzmaßnahmen
Durch das Einbringen der Gehölzpflanzen, Weidensteckhölzer oder -setzstangen in der Vegetationsruhe der Pflanzen wird der bestmögliche Anwuchserfolg erzielt.
Gehölz-Jungpflanzen können je nach Durchmesser mit dem Pflanzbohrer oder mit dem Spaten gepflanzt werden. Steckhölzer werden per Hand eingeschlagen. Für Setzstangen können Pflanzbohrer oder Minibagger verwendet werden.
